Wohnungssuche nach der Entziehungskur

Die Entziehungskur ist ein tiefer Einschnitt in das Leben. Weg von der Sucht, hin zu einem – hoffentlich – drogenfreien, alkoholfreien oder von Zwängen befreiten Leben. Nicht immer sind die „Schuldigen“ ja Drogen und Alkohol, wenn ein Mensch zu einer langfristigen Entzugsbehandlung in eine psychosomatische Klinik eingeliefert wird oder freiwillig dort erscheint. Auch eine Computersucht, die Kaufsucht und viele andere Süchte können hier behandelt werden. Bei einem stationären Aufenthalt kann es sich, wie schon erwähnt, um eine angeordnete Maßnahme, zum Beispiel nach einer Straftat, oder aber eine freiwillige Entscheidung handeln. Eines haben aber alle Patienten in einer Entzugsklinik gemeinsam: Sie sind an einem Tiefpunkt im Leben angekommen, haben entweder schon alles verloren oder sind unmittelbar davor. In der Regel handelt es sich um einen mehrere Monate andauernden Entzug, wobei kürzere Phasen selten, längere Aufenthalte in der Klinik aber durchaus denkbar sind. Die Patienten befinden sich in Konflikten mit dem Gesetz, aber auch mit der Familie und ihrem kompletten privaten Umfeld. Oft sind sie schon länger ohne Arbeit und auch die Wohnung haben sie verloren – eine Kündigung des Mietverhältnisses für die Dauer der Therapie ist aber auch so durchaus sinnvoll, es sei denn, Angehörige wohnen noch dort. Jemand, der keine Bindungen mehr hat, kann seine Wohnung aber aufgeben, denn er wird nun lange Zeit nicht dorthin zurückkehren. Erst nach der Therapie ist die Wohnungssuche dann wieder ein aktuelles Thema.

Wohnungen in betreutem Umfeld finden

Nur die Patienten, die absolut aus freien Stücken eine stationäre Therapie beginnen, können auch nach dem – erfolgreichen oder frühzeitigen – Ende selbst entscheiden, wie sie weiterleben. Für jene, die aus strafrechtlichen Gründen oder zum Beispiel auch als Bewährungsauflage eine Entziehungskur machen müssen, ist der Weg nicht so leicht. Sie müssen nach den Entscheidungen des Gerichts handeln und könnten in die Situation kommen, zunächst ein betreutes Wohnen als nächsten Schritt ins Auge fassen zu müssen. Das bedeutet zwar, dass die Entzugsklinik verlassen werden darf, doch führt der Weg keinesfalls in ein freies Leben. Betreutes Wohnen bedeutet, zusammen mit anderen Ex-Süchtigen in einer Wohngemeinschaft zu leben und dort auch von fachlich kompetentem Personal zum einen betreut, aber zum anderen auch kontrolliert zu werden. Das Leben hier ist ein erster Weg in die Freiheit, bis es aber soweit ist, vergeht noch viel Zeit, in der sich der einstige Abhängige bewähren muss. Die Wohnungssuche wird in diesem Fall von zuständigen Betreuern übernommen: Der Therapie-Patient bekommt den Platz von seinem „Vormund“, seinem Bewährungshelfer oder vom Klinikpersonal zugewiesen. Ein Gemeinschaftszimmer, ein eigenes Schlafzimmer mit einem gewissen Maß an Privatsphäre und der langsame Weg zurück in beruflichen Erfolg und ein normales Leben nehmen hier Schritt für Schritt Formen an.

Wohnungssuche, nun ohne Suchtproblem

Für jeden Ex-Süchtigen ist die Wohnungssuche nach der Therapie ein riesiger Erfolg. Seine Suchtkarriere muss niemand bei seinem Vermieter angeben; schwerer ist es natürlich, die berufliche Laufbahn nach der Entziehungskur anzukurbeln. Wissenswerte Details zur freiwilligen oder angeordneten Entziehungskur bietet übrigens de.wikipedia.org/wiki/Entziehungskur. Wie jeder andere Mieter muss der nun trockene Alkoholiker oder einstige Junkie seine Kaution aufbringen, braucht Mobiliar, das wohl nicht sehr oft aus einem Design-Möbelhaus stammen dürfte, und muss zusehen, dass er auch die laufende Miete bezahlen kann. Diese übernimmt bei fehlendem Job eventuell das Hartz IV Gesetz – wer schon einen Job hat, stemmt die monatlichen Zahlungen vielleicht auch schon ganz alleine. Eine Wohnung über einer lärmenden Eckkneipe ist natürlich für den trockenen Alkoholiker ein gewisses Risiko, ebenso das Apartment über der Spielothek für den einstigen Glücksspieler. Ansonsten ist jeder aus der Entzugsklinik entlassene Patient genauso abhängig von seiner finanziellen Situation, wie ein Mieter, der ohne Suchtproblem an die Wohnungssuche herangeht. Hilfe bekommt aber jeder bei entsprechenden sozialen Organisationen, bei Selbsthilfegruppen oder eben von Bewährungshelfer und Behörden, sofern diese in den Entzug involviert sind.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.