Moderne Sucht: Wenn ohne Gamer PC nichts mehr geht

In vielen Kinderzimmern befindet sich in der heutigen Zeit ein Gegenstand, der Kinder süchtig machen kann. Eltern kämen sicher niemals auf die Idee, Zigaretten oder Alkohol ins Kinderzimmer zu stellen, schließlich wird man davon süchtig und gesund ist es auch nicht gerade. Wenn es aber darum geht, einen Computer von www.mifcom.de oder eine Spielkonsole für die Kinder anzuschaffen, zeigen die meisten Eltern unbewusst weit weniger Verantwortungsgefühl. Denn auch diese Geräte können süchtig machen und wer den ganzen Tag sitzend vor dem PC zum Spielen verbringt, lebt sicher auch nicht gerade gesund. Ein weitverbreitetes Klischee ist, dass nur Jugendliche von Computersucht betroffen sind. Die Kerngruppe bilden zwar tatsächlich Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren, allerdings wenden sich auch immer mehr Männer zwischen 30 und 50 Jahren an Beratungsstellen. Auch die Einschätzung, dass Computersüchtige eher über ein schlechtes Bildungsniveau verfügen, ist falsch. Ein großer Teil der Betroffenen ist überdurchschnittlich intelligent und verfügt über eine sehr gute Allgemeinbildung.

Drei Süchte, ein Problem

Im Prinzip gibt es drei verschiedene Süchte, die mit Computer oder Spielkonsolen zusammenhängen. Die Computersucht, die Spielsucht und die Internetsucht. Diese Süchte sind sich sehr ähnlich und lassen sich nicht einfach voneinander unterscheiden. Meistens gehen sie sogar nahtlos ineinander über. So kombinieren Online-Rollenspiele, wie etwa World of Warcraft, Internet- und Spielsucht. Das Problem der Computersucht findet in der Gesellschaft, auch aufgrund einer extrem hohen Dunkelziffer, auch heute noch kaum Beachtung. Bis vor kurzem galt das auch für die Medizin, die das Problem mittlerweile aber erkannt hat und diverse Angebote an Betroffene macht, sowie verschiedene Behandlungsmethoden anbietet.

Anzeichen einer Computersucht

Computersüchtige vernachlässigen meist ihre normalen Lebensgewohnheiten. In extremen Fällen kann das dazu führen, dass die virtuelle Welt zu einem vollständigen Ersatz für die sozialen Kontakte in der realen Welt wird. Computersüchtige vergessen zudem, ihre vitalen Bedürfnisse zu befriedigen, das heißt, die Nahrungsaufnahme wird vernachlässigt und es tritt Schlafmangel auf. Wie bei anderen Süchten auch tritt auch bei der Computersucht eine Toleranzsteigerung auf. Diese führt dazu, dass der Süchtige immer mehr Zeit vor dem Rechner verbringen muss, um das Wohlbefinden zu erreichen, das ihm die Sucht verspricht. Entzugserscheinungen treten in der Regel ebenfalls auf. Ist der PC zum Spielen oder Surfen defekt oder steht keiner zur Verfügung, äußert sich das beim Süchtigen durch schlechte Laune, Reizbarkeit, Nervosität, Schweißausbrüche bis hin zu Schlafstörungen.

Ursachen der Computersucht

Die Ursachen für die Computersucht liegen meist im privaten Bereich. Erfolglosigkeit oder mangelnde Anerkennung im realen Leben lässt potenzielle Süchtige in die virtuelle Ebene ausweichen. Die Probleme werden sozusagen verlagert. Für Jugendliche bietet das Internet mit seinem Onlinespielen die Möglichkeit, Grenzen auszuloten. Depressive Menschen sehen das Spielen am Computer als Entlastung und holen sich auf diese Art Bestätigung. Narzisstisch veranlagte Personen nutzen die Welt der Computerspiele, um ihren Machtanspruch zu befriedigen.

Folgen der Computersucht

Computersucht ist ein nicht unterschätzendes Problem, wie an den möglichen Folgen zu sehen ist. Computersüchtige laufen in der Regel sehr schnell Gefahr zu vereinsamen, da sich ihr Alltag nur noch im virtuellen Raum abspielt. Beziehungen gehen in die Brüche und Freunden und Verwandte wenden sich ab. Auch auf die Schul- oder Arbeitsleistung wirkt sich die Sucht nach dem Computer aus. Viele gehen nicht mehr zu Schule oder zur Arbeit. Die Folge ist ein fehlender Schulabschluss beziehungsweise der Verlust des Arbeitsplatzes. Meist ist damit die Beantragung von Hartz IV Leistungen verbunden. Der Weg in die Verschuldung ist damit in der Regel ebenfalls vorprogrammiert. Auch körperliche Folgen treten auf. So klagen Computersüchtige oftmals über Rückenschmerzen und einen Tennisarm, der vom exzessiven Gebrauch der Maus herrührt. Auch durch die einseitige und mangelhafte Ernährung bedingte gesundheitliche Probleme sind nicht zu vernachlässigen.

Wege aus der Computersucht

Weil Internet- und Computersucht ein Phänomen ist, das noch relativ jung ist, gibt es noch keine definierte Symptomatik. Eine klinische Diagnose ist deshalb noch nicht möglich, wie auch bei www.tomshardware.de/Spielsucht,testberichte-239902.html geschildert. Hilfe gibt es allerdings schon. Einige psychiatrische Kliniken haben mittlerweile Spezialambulanzen eröffnet, die sich der Computersucht widmen. An diese Ambulanzen können sich Betroffenen oder Bekannte von Süchtigen wenden, um Hilfe zu erhalten. In der Regel wird hier eine gemeinsame Diagnose gestellt, gefolgt von einer Abstinenzphase, um festzustellen, wie weit die Sucht schon fortgeschritten ist. Wer körperliche Entzugserscheinungen zeigt, kann sich stationär aufnehmen lassen. Da meist Depressionen oder Zwangserkrankungen hinter der Computersucht stecken, kann eine Therapie monatelang dauern. Wer sich nicht an eine Klinik wenden möchte, hat darüber hinaus die Möglichkeit, sich an Projekte andere Träger zu wenden. So bietet etwa „Lost in Space“ Betroffenen in Form von Gruppensitzungen Hilfe bei der Bewältigung ihrer Computersucht.

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