Alkoholiker: Die Gefahr beim lustigen BBQ

Ein lustiges Grillfest in der Nachbarschaft, gemeinsam mit einigen Freunden findet statt. Der Gasgrill ist angeheizt, die Salate sehen lecker und appetitlich aus. Alle stoßen mit einem Bier oder einem Glas Wein auf den gelungenen Abend und die schöne Stimmung an. Nur ein Gast steht abseits, will mit der lustigen Gesellschaft scheinbar nichts zu tun haben. In der Hand ein Glas Wasser, will er nicht einmal mit anstoßen. Dieser Gast hat ein Problem, das er mit vielen anderen Menschen teilt. Er ist trockener Alkoholiker und darf keinesfalls ein Schlückchen Alkohol zu sich nehmen. Das wäre der Weg zurück in die Sucht und damit wäre alles, was er in seinem Entzug mitgemacht hat, zunichte.

Diese Situation findet sich nicht nur an den Gasgrills im Sommer, sondern auf Sektempfängen bei Hochzeiten, bei firmeninternen Feiern und Geburtstagsfeten. Der Verzicht auf Alkohol ist schwer – sowohl aus Genussgründen, aber auch, weil oft Alkohol in Speisen verarbeitet wurde und nicht jeder Gastgeber daran denkt, dass ein trockener Alkoholiker keinen Eierlikörkuchen essen soll. Die Fragen nach dem Inhalt sind peinlich, doch müssen sie sein, um nicht in die Gefahr zu geraten, rückfällig zu werden. Es reicht nicht, beim Bier „Nein, Danke!“ zu sagen – auch das Essen, das nicht selbst zubereitet wurde, kann gefährlich sein – da reicht es schon, wenn das Steak auf dem Grill mit Bier bespritzt wurde, damit es saftig und zugleich cross garen kann.

Die Karriere als Alkoholiker

Die Karriere als Alkoholiker kann auf verschiedene Weise ihren Lauf nehmen. Schlimm ist es, wenn der Alkohol des Öfteren benutzt wird, um Probleme zu vergessen. Sicher steigert sich die Laune, vergisst man kurz die Sorgen. Angenehm eingetrübtes Bewusstsein bringt einmal wieder ein Lachen auf die Lippen, macht attraktiv. Angetrunken sind viele Menschen nicht so schüchtern, knüpfen Kontakte, finden Abwechslung und Spaß. Doch am nächsten Tag sind die Sorgen gleich wieder da. Zusätzlich belastet ein Kater das körperliche Wohlbefinden. Am einfachsten wieder zu der guten Laune zurück finden die Menschen durch erneuten Genuss von Alkohol. Irgendwann wird man Spiegeltrinker, das heißt, man braucht Alkohol, um nicht als Süchtiger enttarnt zu werden. Der Wodka in der Flasche ist überall verfügbar: Am Arbeitsplatz versteckt in einer Schublade, zu Hause an diversen Orten und notfalls in der Laptoptasche als Flachmann – falls es unterwegs zu Entzugserscheinungen, wie Zittern der Hände, kommen sollte. Von der Erkenntnis, etwas dagegen tun zu müssen, sind diese Menschen weit entfernt. Meistens bricht die komplette Welt zusammen, bevor die Menschen ihre Sucht erkennen und bereit sind für einen Entzug. Dies ist die Schilderung der schlimmeren Variante, wie es zum Alkoholismus kommen kann – wie Berichte auf www.forum-alkoholiker.de zeigen, es reicht aber auch der regelmäßige Alkoholkonsum, der schleichend in die Sucht führt.

Die schwere Zeit des Alkoholentzugs

Wie schon erwähnt, sind die meisten Alkoholiker an einem absoluten Tiefpunkt im Leben angekommen, wenn sie sich zu einem Entzug durchringen können. Solange der Wille nicht vorhanden ist, das Leben zu ändern, wird jeder Betroffene immer wieder zur Flasche greifen. In der Entzugsklinik wird die Entwöhnung vom Alkohol durchgeführt – zum Teil mit der Unterstützung von Medikamenten. Psychologen versuchen aber auch, dem Patienten zu helfen, das Leben wieder in Ordnung zu bringen. Viele Alkoholiker haben längst keinen Führerschein mehr, haben ihre Familie verloren, und haben auch keine Aussicht mehr auf einen Job. Klein wieder anzufangen, das Leben auf die Reihe zu bringen, mit allen Rückschlägen klarzukommen und dabei nicht wieder zum Alkohol zu greifen: Das ist die schwierigste Phase. Doch die Alkoholsucht begleitet ein Leben lang: Nie wieder ein Tropfen, das ist die Aufgabe, um die erreichten Ziele, auch wenn es kleine Schritte sind, halten zu können und darauf aufzubauen.

Hilfen für die Zeit als trockener Alkoholiker

Trockene Alkoholiker brauchen in jedem Fall Hilfe vom Umfeld. Das kann nach wie vor der Therapeut sein, kann aber auch die Selbsthilfegruppe, zum Beispiel die Anonymen Alkoholiker, sein. Mut machen, wenn die Probleme zu viel werden, gemeinsame Strategien für ein alkoholfreies Leben entwickeln, die Rückschläge, zum Beispiel bei der Jobsuche oder bei der Suche nach einem neuen Lebenspartner zu verkraften: Dafür braucht es Freunde und Familie, manchmal aber auch den Profi. Begleitende Literatur, Foren im Netz, Ratgeber für die MPU und das Wiedererlangen der Fahrerlaubnis, aber auch Hintergrundwissen von anderen Betroffenen gibt es auf www.alkoholratgeber.de. Ohne Vorurteile wird hier geholfen, wo immer es geht, denn nur, wer selbst mit der Alkoholsucht zu tun hatte, versteht, wie es so weit kommen konnte und dass das „Aufhören“ nicht so einfach ist, wie viele nicht-süchtige Menschen denken.

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